Mittwochabend, ich komme ins Gemeindehaus: Was ist hier los? Im Foyer stehen große Palmen, die Türen sind von antik wirkenden Torbögen überwölbt, Tiger und Giraffen bevölkern das Haus, die Fenster schmücken märchenhafte Ornamente, bunte Teppiche bedecken den sonst kahlen Boden. Die Erklärung ist: Der Teenkreis bereitet die Orient-Nacht vor!
Was für ein Aufwand, was für eine Investition an Zeit und Kraft und Liebe zum Detail! Warum, wozu?
Ich glaube: Die Mitarbeiter tun alles, um den Kindern und Teenagern, die dort am Wochenende spielen und übernachten werden, die Liebe Gottes und die Kostbarkeit des Evangeliums anschaulich und schmackhaft zu machen. Das Evangelium von Jesus Christus muss gesagt, gelehrt, gepredigt werden, und zwar aus dem Wort Gottes, der Heiligen Schrift; denn „der Glaube kommt aus der Predigt, die Predigt aber durch Gottes Wort“ (Römer 10). Aber wer dringend daran interessiert ist, dass seine Rede, seine Lehre, seine Predigt auch vom Ohr ins Herz geht und ihre lebensspendende Kraft beim Mitmenschen entfaltet, der sucht nach Möglichkeiten, seine Adressaten aufnahmebereit zu stimmen.
In einer Gemeinde gibt es dazu viele Möglichkeiten, und in der Gemeinde am Mühlenweg gibt es viele tolle Menschen, die ihre speziellen Begabungen einbringen, damit Menschen leichter bereit werden, ihr Herz für die rettende Botschaft zu öffnen. Das geschieht schon durch freundliche Begrüßung, das geschieht durch die Auswahl der Lieder und die musikalische Gestaltung, das geschieht durch die Pflege der Räume und des Geländes, das geschieht durch die sorgfältige und kreative Arbeit an der Technik und in der Küche, das geschieht durch eine verantwortungsvolle Verwaltung der Finanzen, das geschieht durch Sportangebote und in gastfreundlichen Hauskreisen; übrigens auch durch fleißiges Gebet in der Stille und gemeinsam. (Entschuldigung an alle, die ich gerade vergessen habe!) Alle diese Dinge kann man aus Langeweile tun oder aus Pflichtgefühl; oder eben von Herzen, aus Liebe zu Gott und aus Liebe zu den Menschen. Paulus sagt:
„In jedem einzelnen Fall nehme ich jede nur erdenkliche Rücksicht auf die, mit denen ich es gerade zu tun habe, um jedes Mal wenigstens einige zu retten. Das alles tue ich wegen des Evangeliums; denn ich möchte an dem Segen teilhaben, den diese Botschaft bringt“ (1. Korinther 9,22 f., NGÜ).
